Porträt von Linda Heitmann, Berichterstatterin für Drogen- und Suchtpolitik der Grünen im Bundestag, neben ihrem Ziatat: Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland noch immer in einem Umfeld auf, in dem Alkohol nahezu selbstverständlich verfügbar und sichtbar ist und breit beworben wird.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen umfassenden Antrag zur systematischen Stärkung der Alkoholprävention in Deutschland verabschiedet, den sie Mitte Juni anlässlich der Aktionswoche Alkohol in den Bundestag einbringen wird.

Im Mittelpunkt stehen dabei ein besserer Kinder- und Jugendschutz sowie die Aufforderung an die Bundesregierung, ein umfassendes Alkoholpräventionsgesetz auf den Weg zu bringen. Die Grünen schlagen hierfür verschiedene wirksamere Maßnahmen und Bausteine gegen alkoholbedingte Gesundheitsrisiken vor.

Ein Fußballspieler dribbelt den Ball auf einem Fußballplatz in einem flutlichtbeleuchteten Freiluftstadion voller Zuschauer*innen unter einem stürmischen Abendhimmel.

Die FIFA-Männerfußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten beginnt in wenigen Tagen. Movendi International startet gemeinsam mit seinen Mitgliedern eine Initiative, die sie als Bewegung gemeinsam ins Leben gerufen haben und bei der junge Menschen im Mittelpunkt stehen.

Schätzungsweise 6 Milliarden Menschen werden das Fußballturnier verfolgen, darunter bis zu 1,7 Milliarden Kinder und Jugendliche. Die Alkoholkonzerne wissen das und bereiten sich darauf vor, ihr schädliches Produkt an so viele Menschen wie möglich zu vermarkten.

Kinder und Jugendliche gehören zu denjenigen, die davon am stärksten betroffen sind. Wenn Alkoholwerbung im Fußball allgegenwärtig ist – auf Trikots, in Stadien und in den sozialen Medien –, beginnt sie sich von Kindheit an wie ein normaler, selbstverständlicher Bestandteil des Spiels anzufühlen.

Gruppenfoto von fünf fröhlichen Mädchen in rot-weißen Fußballtrikots auf einem Spielfeld im Abendlicht. Die Kinder unterschiedlicher Herkunft sitzen dicht beieinander auf dem Rasen. Oben rechts freigestellt im Kreis: Kopfporträt von Linda de Keyser mit dunklem Blazer und schwarzem Rollkragenpullover.

Untersuchungen zeigen, dass Kinder bereits im Alter von zwei Jahren Alkoholmarken erkennen und im Alter von vier Jahren Alkohol mit dem Erwachsenenleben in Verbindung bringen – was Alkoholkonzerne wissen und durch hinterhältige Praktiken ausnutzen, die für Eltern schwer zu erkennen sind.

Die Ergebnisse untermauern die Argumente für ein Verbot von Alkoholwerbung, ‑sponsoring und ‑verkaufsförderung, um die Sichtbarkeit von Alkoholmarketing zu verringern. Es genügt also nicht, nur die Inhalte zu regulieren.

In diesem Beitrag kombiniert die besorgte Mutter und Verfechterin von Kinderrechten und öffentlicher Gesundheit, Linda de Keyser, diese Erkenntnisse mit ihren eigenen Erfahrungen mit Alkoholwerbung bei den Fußballspielen ihres Sohnes, um überzeugende Argumente für ein Verbot von Alkoholwerbung und ‑sponsoring vorzubringen.

Da die von Belgien vorgeschlagenen Werberegeln hinter den Anforderungen der Kinderrechte zurückbleiben und die FIFA-Weltmeisterschaft weltweit schätzungsweise 1,7 Milliarden Kinder mit Alkoholwerbung konfrontiert, fordert Linda eine öffentliche Debatte, die der Dringlichkeit der Lage gerecht wird.

Kristína Šperková, Präsidentin von Movendi Schweden, in einem weißen strukturierten Pullover, steht selbstbewusst mit den Händen auf den Hüften vor einer hellen Wand. Sie trägt eine Smartwatch am linken Handgelenk.

Movendi Schweden hat als Reaktion auf die jüngsten und geplanten Änderungen der schwedischen Alkoholpolitik eine scharfe Stellungnahme abgegeben. Die Organisation warnt davor, dass Entscheidungen wie die Abschaffung der Speiseverpflichtung, die Verlängerung der Ausschankzeiten, die Einführung des Direktverkaufs auf Bauernhöfen und nun der Vorschlag von Ministerpräsident Ulf Kristersson, das Mindestalter für den Kauf bei Systembolaget von 20 auf 18 Jahre zu senken, eines der weltweit wirksamsten Modelle der Alkoholpolitik zu schwächen drohen. Movendi kritisiert, dass diese Änderungen trotz eindeutiger Belege dafür vorgenommen werden, dass sie alkoholbedingte Schäden und Todesfälle erhöhen werden.