Gruppenfoto von sieben Personen unterschiedlichen Alters, die nebeneinander unter Bäumen auf laubbedecktem Boden stehen und lächelnd in die Kamera blicken. Alle tragen regenbogenfarbene Schlüsselbänder mit Namensschildern. Im Vordergrund links ist eine Person von hinten zu sehen, die die Gruppe fotografiert. Im Hintergrund grüne Sträucher, Bäume und abgestellte Fahrräder.
Die Teilhabe-Botschafter*innen beim Suchtkongress 2026 in Hamburg

Hin zu der Selbstverständlichkeit: Suchtselbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit«, sagte Angelika Schels-Bernards beim 25jährigen Jubiläum des Fachausschusses Suchtselbsthilfe (FAS NRW). Die Vorsitzende des Arbeitsausschusses Drogen und Sucht der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW fügte hinzu: »Wir müssen weg von der Vorstellung: Wir beteiligen die Suchtselbsthilfe, lassen sie partizipieren. Denn wer jemanden partizipieren lässt, verfügt offensichtlich auch über die Möglichkeit, es nicht zu tun. Das ist noch nicht Augenhöhe.«

Seit einigen Jahren engagieren sich auch die Veranstalter*innen des Deutschen Suchtkongresses, diesem Ziel näher zu kommen. Dieses Jahr in Hamburg schufen sie die Möglichkeit für Begegnungen auf Augenhöhe durch die Einladung von »Teilhabe-Botschafter*innen« und luden zu einem Teilhabe-Forum mit Infoständen in der Mittagspause ins Essenszelt ein.

Fünf Kinder rennen bei Sonnenschein über eine Wiese im Park und ziehen ein Bündel bunter Luftballons hinter sich her; rechts oben ist in einem runden Bildausschnitt das Porträt einer lächelnden Frau mit dunklen Haaren eingefügt.

Kinder werden schon lange bevor sie alkoholische Getränke legal kaufen dürfen, mit diesen vertraut gemacht. Sie werden mit leuchtenden Farben, süßem Geschmack und ausgefallenen Verpackungen beworben.

Lucy Rocca, Gründerin von Soberistas, argumentiert, dass diese frühe Gewöhnung – und nicht die Rebellion im Teenageralter – das eigentliche Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt und dass die Selbstregulierung der Alkoholindustrie, die eher die Absicht als die Auswirkungen bewertet, junge Menschen ungeschützt lässt. Die Politik, so schreibt sie, müsse sich nicht nur mit der Frage befassen, wie viel Alkohol die Verbraucher*innen konsumieren, sondern auch damit, wie früh und wie ungezwungen sie damit in Berührung kommen.

Ein Gruppe von Demonstrant*innen zieht bei einer 'Recovery Walk'-Veranstaltung durch eine Innenstadtstraße. Sie tragen transparente und handgeschriebene Schilder mit Botschaften wie 'Ich bin so stolz auf uns', 'Freiheit' und 'Voll schön hier', sowie ein großes blaues Banner mit der Aufschrift 'Recovery Walk'. Im Vordergrund wird auch ein rotes Banner des 'Recovery Deutschland e.V.' gezeigt. Die Menge ist bunt gemischt und schreitet an alten, mehrstöckigen Gebäuden vorbei.

Gemeinsam ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe suchtkranker Menschen setzen und die Stigmatisierung bekämpfen: Genau das war das Ziel des Recovery Walks, der am 12. September 2026 erstmals in Düsseldorf stattfand. Nach der Deutschlandpremiere im vergangenen Jahr in Leipzig waren in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt rund 500 Menschen zusammengekommen, die gemeinsam auf die Straße gingen.

Drei Männer auf einer Bühne im Landtag NRW: Einer spricht in ein Mikrofon, die anderen hören zu. Im Hintergrund Banner des Fachausschusses Suchtselbsthilfe mit dem Motto 'Wir sind Vielfalt'.
Beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des FAS NRW diskutierten Björn Peterburs (JES NRW) und Ingo Häfner (Kreuzbund DV Essen) mit Moderator Bernd Hoeber unter anderem über persönliche Wege, Drogenhilfe und unterschiedliche Zugänge zu Unterstützung und Selbsthilfe. Foto: Ludolf Dahmen

Am 11. September haben rund 170 Gäste aus Suchtselbsthilfe, professioneller Suchthilfe, Politik und Gesundheitswesen im Landtag Nordrhein-Westfalen das 25-jährige Bestehen des Fachausschusses Suchtselbsthilfe (FAS NRW) gefeiert. Unter dem Motto »Brücken bauen für mehr Teilhabe und Akzeptanz« stand dabei nicht nur die Rückschau auf die vergangenen 25 Jahre im Mittelpunkt, sondern vor allem die zukünftige Rolle der Suchtselbsthilfe.