Fünf unterschiedlich gefüllte Biergläser auf einer Bar, jedes beschriftet mit einer Krebsart: Brustkrebs, Mundkrebs, Darmkrebs, Leberkrebs und Kehlkopfkrebs. Im Hintergrund sind Zapfhähne zu sehen.
Foto KI-generiert

Laut einer neuen globalen Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihrer Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) könnten weltweit bis zu vier von zehn Krebsfällen verhindert werden. Die Studie untersucht 30 vermeidbare Ursachen, darunter Tabak, Alkohol, hoher Body-Mass-Index, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung und – zum ersten Mal – neun krebserregende Infektionen.

Die vor dem Weltkrebstag am 4. Februar veröffentlichte Analyse schätzt, dass 37 % aller neuen Krebsfälle im Jahr 2022, also rund 7,1 Millionen Fälle, auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse unterstreichen das enorme Potenzial der Prävention zur Verringerung der globalen Krebsbelastung.

Infografik der 5. Auflage des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung. Die Grafik stellt die 14 Empfehlungen des Kodex übersichtlich dar: Jede Empfehlung ist in einem farbigen Kasten mit Nummer, Thema und passendem Piktogramm abgebildet.

Pünktlich zum Weltkrebstag liegt die fünfte, aktualisierte Auflage des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung in deutscher Sprache vor. Er wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht und enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, mit denen Menschen ihr persönliches Krebsrisiko senken können.

Erstmalig beinhaltet er auch konkrete Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger*innen. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stärker an den Empfehlungen der WHO ausrichtet, um das Potenzial der Krebsprävention voll auszuschöpfen.

Dichte Menschenmenge, von oben fotografiert mit vielen älteren Versammelten, als Hintergrund – darüber gelegt das Cover des 2026er Positionspapiers des Wissenschaftsrates zum Thema 'Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft'.

Das deutsche Gesundheitssystem steht unter Druck. Die Bevölkerung wird älter und kränker. Umweltbelastungen, etwa durch den Klimawandel, wirken sich immer stärker aus. Der Personalmangel in Medizin und Pflege nimmt zu. Obwohl die medizinische Versorgung qualitativ zur Weltspitze gehört, hinkt Deutschland bei der Lebenserwartung hinterher. Dabei ist das Gesundheitssystem mit jährlichen Kosten von 500 Milliarden Euro international eines der teuersten. Wie kann das System entlastet und verbessert werden? Der Wissenschaftsrat fordert hierfür einen Kurswechsel hin zu mehr Prävention.

Symbolisches, einfarbig gold gehaltenes Bild auf schwarzem Hintergrund. Ein großer Erdglobus ist wie eine Marionette mit zahlreichen dunklen Fäden durchzogen. Links und rechts sind unkenntliche Männer in Anzügen nur teilweise zu sehen, die an den Fäden ziehen, um den Globus zu manipulieren. Vor dem Globus stehen ein Modell des Palastes von Westminster (Londoner Parlamentsgebäude), ein Rednerpult mit Mikrofon sowie ein Stapel Dokumente – alle ebenfalls von den Fäden umschlungen. Das Bild thematisiert die Manipulation von Weltpolitik, politischen Institutionen und Informationen durch mächtige, im Verborgenen bleibende Akteure.

Der Bericht »The Big Alcohol Exposed Report 2025« dokumentiert, wie kommerzieller Druck die Alkoholindustrie dazu veranlasste, ihre Lobbyarbeit, Narrativkontrolle und digitale Werbung weltweit zu intensivieren. Basierend auf 1.300 dokumentierten Fällen und 77 unabhängigen Studien deckt er ein globales System der Einflussnahme auf, das trotz starker öffentlicher Unterstützung eine evidenzbasierte Alkoholpolitik behindert. Durch die Aufdeckung dieses Systems entsteht Raum für entschlossene Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, der Gerechtigkeit und der demokratischen Politikgestaltung.