Ein Mann im Anzug mit einer extrem langen Pinocchio-Nase steht in einer industriellen Produktionshalle mit großen Edelstahltanks.

Ich möchte eine der auffälligsten Veränderungen im Alkoholmarketing der letzten zehn Jahre beleuchten: den Wandel der Alkoholindustrie von einem reinen Produktverkäufer hin zu einem selbsternannten Hüter des öffentlichen Wohlergehens. Dies ist der Versuch, den Raum zu besetzen, der durch unterfinanzierte Budgets für Behandlung und Prävention entstanden ist.

Ein junger bärtiger Mann kauft im Supermarkt Getränke ein und nimmt Dosenbier aus den Regalen.

Die Preis- und Steuerpolitik im Bereich Alkohol gehört zu den wirksamsten und wissenschaftlich am besten belegten Maßnahmen zur Bewältigung alkoholbedingter Schäden. Weniger klar ist jedoch, wie wirksam sie bei der Senkung des Alkoholkonsums bei Menschen mit Alkoholkonsumstörung ist.

Einige Expert*innen argumentieren, dass Menschen mit einer Alkoholkonsumstörung sich Alkohol unabhängig von den Kosten beschaffen und möglicherweise andere schädliche Verhaltensweisen an den Tag legen, wie den Konsum illegaler Drogen, Ladendiebstahl oder die Kürzung der Ausgaben für lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel oder Heizkosten. Eine kleine Anzahl von Belegen deutet darauf hin, dass Menschen mit einer Abhängigkeit diese Bedenken teilen und in einigen Fällen finanzielle Schwierigkeiten erleben, wenn politische Änderungen Alkohol weniger erschwinglich machen.

Vier Frauen und vier Männer sitzen an einem U-förmig angeordneten Holztisch in einem kreativen Besprechungsraum und führen eine Diskussionsrunde. Auf dem Tisch stehen Wassergläser und Notizen. Im Hintergrund befinden sich Holzregale mit Pflanzen, Büchern, Kunstwerken und Dekorationsgegenständen sowie ein Fenster mit Jalousien auf der linken Seite. Der Raum hat einen polierten Holzboden und weiße Wände.

Die Alkoholpolitik im Vereinigten Königreich muss vor dem Einfluss der Industrie geschützt werden und sich an der öffentlichen Gesundheit orientieren, nicht an kommerziellen Interessen. Dies war die klare Botschaft einer von der »Society for the Study of Addiction« (SSA) organisierten Podiumsdiskussion, bei der sich am 4. Februar 2026 in Sheffield Expert*innen aus Forschung, klinischer Praxis, dem Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie Betroffene trafen, um den aktuellen Stand der Alkoholpolitik und die Notwendigkeit einer neuen nationalen Alkoholstrategie zu erörtern.