
Eine neue weltweite Analyse des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) an der University of Washington bestätigt, dass Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko für alle zehn in der Studie untersuchten Krebsarten verbunden ist. Die am 1. Juni 2026 in »Nature Health« veröffentlichte Studie wandte das »Burden of Proof«-Konzept des IHME auf 843 bis 2023 veröffentlichte Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien an.
Die Ergebnisse zur Krebserkrankung sind eindeutig. Das Risiko stieg mit zunehmendem Alkoholkonsum an, doch die Studie ergab auch ein erhöhtes Risiko bereits bei weniger als einem Standardgetränk pro Tag, was als weniger als 10 Gramm reinen Alkohols definiert ist. Dieser geringe Konsum ging mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen im Rachenraum, im Dick- und Enddarm, in der Speiseröhre, der Brust, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Prostata einher.
Die stärksten Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung wurden bei Kehlkopfkrebs festgestellt (mit Ausnahme von Nasen-Rachen-Krebs), wobei die Analyse bei durchschnittlichem Konsum einen Anstieg des Risikos um mindestens 105 % ergab. Mäßige Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung wurden auch für Krebserkrankungen des Kehlkopfes, des Dick- und Enddarms sowie der Lippen und der Mundhöhle gefunden, mit einem Anstieg des Risikos um mindestens 22 % bis 49 %. Bei Speiseröhren-, Brust-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs zeigten sich schwächere, aber konsistente Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung, wobei die Risiken mit steigendem Konsum stetig zunahmen.

Quelle: Dai et al., Health effects associated with alcohol consumption: a Burden of Proof study, Nature Health, 2026. Daten aus den Tabellen 2 und 3. DOI: 10.1038/s44360-026-00139-5
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Die Ergebnisse haben auch Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Alkoholkonsum. Den Autor*innen zufolge stützen die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht die Festlegung eines einheitlichen »sicheren« Grenzwerts für den Alkoholkonsum. Sie argumentieren, dass Empfehlungen zum Alkoholkonsum das gesamte Spektrum der gesundheitlichen Folgen widerspiegeln, von starkem episodischem Alkoholkonsum abraten und deutlich machen sollten, dass selbst ein geringer bis mäßiger Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen, verbunden ist.
Die politischen Entscheidungsträger*innen sollten ihre Empfehlungen zum Alkoholkonsum auf die Gesamtheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Folgen stützen, willkürliche Grenzwerte hinter sich lassen und klaren, evidenzbasierten Informationen Vorrang einräumen, die das Verständnis der Bevölkerung für alkoholbedingte Risiken fördern.«
Das öffentliche Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs ist nach wie vor relativ gering, insbesondere bei Krebsarten, die in diesem Zusammenhang seltener thematisiert werden, wie Brust- und Darmkrebs. Die Studie liefert weitere Argumente für klare Leitlinien im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die den Menschen helfen, die mit Alkoholkonsum verbundenen Krebsrisiken zu verstehen und fundierte Entscheidungen hinsichtlich ihres Alkoholkonsums zu treffen.
Titel: Health effects associated with alcohol consumption: a Burden of Proof study
Autor*innen: Xiaochen Dai, Sneha I. Nicholson, Hilary R. Lawlor, Sinclair Carr, Jaimie D. Steinmetz, Natalie M. Chen, Susan A. McLaughlin, Simon I. Hay, Kanyin L. Ong, Aleksandr Y. Aravkin, Peng Zheng, Reed J. D. Sorensen, Nora M. Gilbertson, Erin C. Mullany, Erin M. O’Connell, Christopher J. L. Murray und Emmanuela Gakidou
Zitierung: Dai, X., Nicholson, S.I., Lawlor, H.R. et al. Health effects associated with alcohol consumption: a Burden of Proof study. Nat. Health (2026). https://doi.org/10.1038/s44360-026-00139-5
Quelle: Nature Health
Datum der Veröffentlichung: 1. Juni 2026
Zusammenfassung
Der Zusammenhang zwischen Alkohol und Gesundheit ist komplex, und die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebsarten und anderen Erkrankungen entwickeln sich ständig weiter. Zudem variieren die Empfehlungen zum Alkoholkonsum stark. Im vorliegenden Fall führten die Forscher*innen 16 systematische Übersichtsarbeiten in vier Datenbanken durch und bewerteten die Dosis-Wirkungs-Beziehungen zwischen Alkoholkonsum und 20 Gesundheitsendpunkten konservativ neu, wobei sie 843 Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien unter Verwendung des metaanalytischen »Burden of Proof«-Rahmenwerks analysierten. Sie stellten fest, dass der aktuelle Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen der Brust, des Dickdarms, der Speiseröhre, des Kehlkopfes, der Lippen und der Mundhöhle, des Rachens, der Leber, des Magens, der Bauchspeicheldrüse und der Prostata sowie für Pankreatitis, Leberzirrhose und andere chronische Lebererkrankungen, Infektionen der unteren Atemwege, Tuberkulose sowie Vorhofflimmern und Vorhofflattern verbunden ist. Sie stellten J- oder U-förmige Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Typ-2-Diabetes, Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen, ischämischer Herzkrankheit, ischämischem Schlaganfall und hämorrhagischem Schlaganfall fest. Während die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen bei niedrigem bis mäßigem Konsum je nach Endpunkt variierten, war ein hoher Alkoholkonsum mit einem erhöhten Risiko für alle Endpunkte verbunden.
Krebshilfe und Krebsforschung fordern konsequente Präventionspolitik

Pünktlich zum Weltkrebstag liegt die fünfte, aktualisierte Auflage des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung in deutscher Sprache vor. Er wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht und enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, mit denen Menschen ihr persönliches Krebsrisiko senken können.
Erstmalig beinhaltet er auch konkrete Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger*innen. Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stärker an den Empfehlungen der WHO ausrichtet, um das Potenzial der Krebsprävention voll auszuschöpfen.
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Alkohol ist weltweit die dritthäufigste vermeidbare Ursache für Krebserkrankungen

Foto KI-generiert
Laut einer neuen globalen Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihrer Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) könnten weltweit bis zu vier von zehn Krebsfällen verhindert werden. Die Studie untersucht 30 vermeidbare Ursachen, darunter Tabak, Alkohol, hoher Body-Mass-Index, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung und – zum ersten Mal – neun krebserregende Infektionen.
Die vor dem Weltkrebstag am 4. Februar veröffentlichte Analyse schätzt, dass 37 % aller neuen Krebsfälle im Jahr 2022, also rund 7,1 Millionen Fälle, auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse unterstreichen das enorme Potenzial der Prävention zur Verringerung der globalen Krebsbelastung.
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Quelle: Alcohol and Cancer
Übersetzt mit www.DeepL.com
