Nahaufnahme eines schwarz-weißen Fußballs, der sich in die Maschen eines Tornetzes drückt, mit unscharfem blauen Himmel und Stadion im Hintergrund.

Mitten in der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 ist das Paradoxon wieder aufgetaucht, dass die weltweit beliebteste Sportart dazu genutzt wird, den Alkoholkonsum zu normalisieren und zu bewerben.

Zwar ist es verständlich, dass eine Organisation wie der Weltfußballverband (FIFA) bestrebt ist, ihre Gewinne durch Sponsoring von Brauereiriesen wie AB InBev zu maximieren, doch ist die Bereitschaft der Gastgeberländer, den Alkoholkonsum zu fördern, überraschend.

Die allgegenwärtige Präsenz von Alkoholmarken auf Werbeartikeln, in Stadien, in Fernsehsendungen und in den sozialen Medien macht den Fußball zu einer äußerst wirksamen Marketingplattform, da er systematisch Milliarden von Fans weltweit zusammenbringt und dabei hilft, Werbebeschränkungen zu umgehen. Dies erklärt, warum ein positiver Zusammenhang zwischen der Konfrontation mit Alkohol-Sportsponsoring und dem selbst angegebenen Alkoholkonsum besteht, wobei die indirekte Konfrontation mit Alkohol-Sportsponsoring mit erhöhtem Alkoholkonsum bei Schulkindern und gefährlichem Alkoholkonsum bei erwachsenen Sportler*innen in Verbindung gebracht wird.

Obwohl die Fakten dagegen sprechen, hat die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Massachusetts und New York (USA), Ontario (Kanada) sowie England und Wales (Großbritannien) zu einer Verlängerung der Verkaufszeiten für Alkohol geführt. In Südamerika hat die Zentralregierung Ecuadors die Verbrauchsteuern auf Bier vorübergehend gesenkt, nachdem das Verfassungsgericht eine dauerhafte Senkung der Alkoholsteuer auf alkoholische Getränke im Jahr 2024 gekippt hatte.

Internationale Organisationen für Alkoholkontrollpolitik und Expert*innen warnen davor, dass Veranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft eine außergewöhnliche Gelegenheit bieten, die Reichweite von Botschaften zu erhöhen, die den Alkoholkonsum fördern.

Regierungen tun stets so, als sei die Priorisierung von Unternehmensgewinnen unvermeidlich, um die Wirtschaft am Laufen zu halten – selbst wenn unregulierte Branchen, sei es die Lebensmittel-, Tabak- oder, wie in diesem Fall, die Alkoholindustrie, negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Mit ein wenig Hilfe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelingt es der FIFA sogar, mit der »Be Active«-Kampagne ein wenig »Social Washing« zu betreiben: Diese wird während der Trinkpausen, die offenbar genau zu diesem Zweck eingeführt wurden, parallel zur Alkoholwerbung ausgestrahlt.

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist nur von kurzer Dauer und findet erst in vier Jahren wieder statt, doch ihr trügerisches Geschäftsmodell wird bestehen bleiben und die Massenvermarktung von Alkohol begünstigen. Die Regierungen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und diesem kommerziellen Privileg Grenzen setzen, anstatt als Partner der Alkoholindustrie aufzutreten.

Movendi-Bewegung dokumentiert weltweit Alkoholwerbung während der Männerfußball-Weltmeisterschaft

Ein Fußballspieler dribbelt den Ball auf einem Fußballplatz in einem flutlichtbeleuchteten Freiluftstadion voller Zuschauer*innen unter einem stürmischen Abendhimmel.

Die FIFA-Männerfußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten beginnt in wenigen Tagen. Movendi International startet gemeinsam mit seinen Mitgliedern eine Initiative, die sie als Bewegung gemeinsam ins Leben gerufen haben und bei der junge Menschen im Mittelpunkt stehen.

Schätzungsweise 6 Milliarden Menschen werden das Fußballturnier verfolgen, darunter bis zu 1,7 Milliarden Kinder und Jugendliche. Die Alkoholkonzerne wissen das und bereiten sich darauf vor, ihr schädliches Produkt an so viele Menschen wie möglich zu vermarkten.

Kinder und Jugendliche gehören zu denjenigen, die davon am stärksten betroffen sind. Wenn Alkoholwerbung im Fußball allgegenwärtig ist – auf Trikots, in Stadien und in den sozialen Medien –, beginnt sie sich von Kindheit an wie ein normaler, selbstverständlicher Bestandteil des Spiels anzufühlen.

Quelle: EUCAM

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