Junger Mann in dunklem T-Shirt bedient ein Handsteuergerät zur Steuerung von orangefarbenen Roboterarmen in einer hell erleuchteten, automatisierten Produktionshalle mit Förderbändern im Hintergrund.

Mit www.sucht-und-arbeitswelt.ch lanciert Sucht Schweiz eine Website, die Unternehmen neue Ressourcen zur Suchtprävention am Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Die Plattform richtet sich in erster Linie an Arbeitgeber, HR-Verantwortliche, Führungskräfte sowie Fachleute im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Auch Mitarbeitende finden dort hilfreiche Informationen, sei es zur eigenen Situation oder zum Umgang mit betroffenen Kolleg*innen.

Das Ziel besteht darin, problematischen Substanzkonsum frühzeitig zu erkennen, Suchtproblemen vorzubeugen und Mitarbeitende zu unterstützen, damit ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz erhalten bleibt. Die Website »Sucht und Arbeitswelt« geht dabei über das Thema Alkohol hinaus und berücksichtigt auch illegale Drogen, tabak- und nikotinhaltige Produkte sowie nicht substanzgebundene Verhaltensweisen wie beispielsweise Geldspiel. Auf der neuen Plattform finden Führungskräfte, Personalverantwortliche und Akteure im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement Informationen und praktische Ressourcen zum Thema Sucht im beruflichen Umfeld.

Eine neue Plattform, die kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützt, aktiv zu werden

Zwischen Sucht und Arbeitswelt besteht eine enge Verbindung. Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder eine konsumfördernde Unternehmenskultur können problematischen Konsum begünstigen. Umgekehrt kann sich ein problematischer Substanzkonsum oder eine Sucht negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, beispielsweise durch Abwesenheit, verminderte Leistung, eine höhere Fluktuation oder Zwischenfälle bis hin zu Unfällen am Arbeitsplatz.

Die volkswirtschaftlichen Kosten von Suchterkrankungen werden in der Schweiz auf rund 8 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. In dieser Summe sind Verluste für die Betriebe in Höhe von 3,4 Milliarden Franken eingerechnet. Es gibt also gute Gründe für die Einführung eines betrieblichen Suchtpräventionsprogramms.

Die Gesundheit der Mitarbeitenden sollte aber nicht nur aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen Priorität haben, sondern auch wegen der sozialen Verantwortung des Unternehmens.«
Lydia Paiva, Sucht Schweiz

Viele Betriebe befassen sich erst bei einem konkreten Vorfall mit dem Thema Sucht. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024, an der über 40.000 Unternehmen in Europa teilnahmen, zeigt: In der Schweiz bejahten weniger als ein Drittel der teilnehmenden Betriebe, suchtpräventive Maßnahmen anzuwenden. In Bezug auf Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden besteht in vielen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial.

Verstehen, Vorbeugen, Reagieren

Titelseite 'Früherkennung und Frühintervention. Leitfaden für Betriebe.'

Die neue Plattform bietet den Betrieben in drei Kategorien konkrete Handlungsansätze:

  1. Verstehen: Dazu zählen Informationen zu Risiken, Mechanismen und Folgen problematischen Konsums und der Entstehung von Sucht im beruflichen Umfeld sowie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen.
  2. Vorbeugen: Konkrete präventive Maßnahmen mit dem Ziel, Probleme im Zusammenhang mit problematischem Konsum frühzeitig zu erkennen, betroffene Mitarbeitende zu unterstützen und eine Entwicklung hin zu schwerwiegenderen Problemen zu verhindern. Ein neuer Leitfaden unterstützt Betriebe dabei, bestehende Maßnahmen zu analysieren, Vorgehensweisen auf ihre Unternehmenskultur abzustimmen und diese wirksam zu kombinieren.
  3. Reagieren: Dazu zählen konkrete Handlungsempfehlungen bei auffälligen Veränderungen im Arbeitsalltag. Videos mit Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen unterstützen Führungskräfte, Personalverantwortliche, Ausbilder*innen und Kolleg*innen im Umgang mit schwierigen Situationen.

Ergänzend bietet die Website Ressourcen für Lernende und eine nationale Übersicht über Suchtfachstellen, die Betriebe bei Präventionsmaßnahmen beraten und begleiten.

Aktionstag Alkoholprobleme 2024: Alkohol am Arbeitsplatz

Vereinfachte grafische Darstellung von bewegtem Rotwein im Glas. Dazu der Text: Alkohol am Arbeitsplatz. Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme, 23. Mai 2024.

Heute ist in der Schweiz Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme. Mit dem Thema »Alkohol am Arbeitsplatz« will der Tag auf die Folgen des Konsums in Betrieben aufmerksam machen und zeigen, wie man diesen vorbeugen kann. Regionale Sucht-Fachstellen machen mit diversen Aktivitäten auf ihre Präventions- und Unterstützungsangebote aufmerksam.

Wenn die Weihnachtsfeier am Arbeitsplatz zum Horror wird

Fünf Personen mit roten Weihnachtsmützen und Geschenkpaketen in den Händen.

Vierzehn Prozent von befragten Mitarbeiter*innen in Dänemark haben in den letzten fünf Jahren unangemessenes Verhalten auf Weihnachtsfeiern erlebt, bei denen Alkohol konsumiert wurde, so eine Voxmeter-Umfrage im Auftrag von Alkohol & Samfund.

Quelle: Medienmitteilung von Sucht Schweiz