Kristína Šperková, Präsidentin von Movendi Schweden, in einem weißen strukturierten Pullover, steht selbstbewusst mit den Händen auf den Hüften vor einer hellen Wand. Sie trägt eine Smartwatch am linken Handgelenk.

Movendi Schweden hat als Reaktion auf die jüngsten und geplanten Änderungen der schwedischen Alkoholpolitik eine scharfe Stellungnahme abgegeben. Die Organisation warnt davor, dass Entscheidungen wie die Abschaffung der Speiseverpflichtung, die Verlängerung der Ausschankzeiten, die Einführung des Direktverkaufs auf Bauernhöfen und nun der Vorschlag von Ministerpräsident Ulf Kristersson, das Mindestalter für den Kauf bei Systembolaget von 20 auf 18 Jahre zu senken, eines der weltweit wirksamsten Modelle der Alkoholpolitik zu schwächen drohen. Movendi kritisiert, dass diese Änderungen trotz eindeutiger Belege dafür vorgenommen werden, dass sie alkoholbedingte Schäden und Todesfälle erhöhen werden.

Die Regierung weiß, dass Menschen aufgrund dieser Entscheidung sterben werden. Sie ist sich der Risiken ihrer Vorschläge bewusst, entscheidet sich aber dennoch, sie umzusetzen. Das ist keine Unwissenheit, sondern eine bewusste Entscheidung.«
Kristína Šperková, Präsidentin von Movendi Schweden

Am 1. Juni wurde die Bestimmung über das Angebot von Speisen im Alkoholgesetz abgeschafft. In den eigenen Unterlagen der Regierung hieß es, dass sowohl alkoholbedingte Schäden als auch Todesfälle infolge dieser Entscheidung zunehmen würden. Seitdem wurden Vorschläge vorgelegt, die Ausschankzeiten bei Großveranstaltungen zu verlängern. Nun will die Moderate Partei die Altersgrenze bei Systembolaget von 20 auf 18 Jahre senken. Forschungsergebnisse zeigen eindeutig, dass ein niedrigeres Kaufalter zu erhöhtem Konsum und mehr Schäden führt, insbesondere bei jungen Menschen.

Alkohol ist eines der größten Probleme im Bereich der öffentlichen Gesundheit in Schweden und verursacht der Gesellschaft jährlich Kosten in Höhe von mehr als 9 Milliarden Euro. Die Forschung zeigt eindeutig, dass eine Senkung des Mindestalters für den Kauf von Alkohol zu einem Anstieg des Konsums und zu mehr Schäden führt, insbesondere bei jungen Menschen.

Unsere Alkoholpolitik gehört zu den besten der Welt, und nun will die Moderate Partei sie schwächen, nur um ihre eigenen Wähler*innen zufrieden zu stellen.«
Kristína Šperková, Präsidentin von Movendi Schweden

In Schweden wird am 13. September gewählt. Movendi fordert, dass sowohl die Regierung als auch die Opposition jegliche weitere Aufweichung der Alkoholpolitik unterlassen und stattdessen jene Maßnahmen verstärken, die laut wissenschaftlichen Erkenntnissen nachweislich zur Verringerung alkoholbedingter Schäden beitragen. Das Leben und die Gesundheit der Menschen dürfen nicht verhandelbar sein.

Gesundheit vor kommerziellen Interessen verringert alkoholbedingte Schäden

Ein Mann im Anzug steht auf einer grünen Wiese und blickt auf einen sich gabelnden Weg unter einem blau-weißen Wolkenhimmel.

Wenn die Politik die Gesundheit der Menschen an erste Stelle setzt, funktioniert es. Das zeigt eine staatliche Untersuchung in Schweden, in der die Instrumente der Alkoholpolitik des Landes bewertet wurden.

Generationen schützen: Warum 21 das weltweite Mindestalter für den Alkoholkonsum sein sollte

Eine kleine Gruppe junger Erwachsener sitzt gemeinsam im Gras und verbringt Zeit miteinander. Sie sind alle leger in herbstlicher Kleidung angezogen und lachen, während sie die frische Luft und die gemeinsame Zeit genießen.

Altersgrenzen für den Alkoholkonsum stehen selten im Mittelpunkt der Diskussionen zur Alkoholpolitik. Doch es gibt triftige Gründe, warum dies der Fall sein sollte, schreibt Pierre Andersson. Anhand einer brandneuen US-Studie sowie wegweisender schwedischer und finnischer Forschungsergebnisse zeigt er auf, wie sich die gesetzliche Mindestaltersgrenze für den Alkoholkonsum über Jahrzehnte hinweg auf die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen auswirkt. Die sich verdichtenden Erkenntnisse liefern überzeugende Argumente dafür, dass 21 das weltweite Mindestalter für den legalen Alkoholkonsum sein sollte.