
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) sind nach wie vor die häufigste Ursache für Tod und Behinderung in der EU. Jedes Jahr sterben etwa 1,7 Millionen Menschen daran, und mehr als 60 Millionen Menschen sind davon betroffen. Da die meisten Fälle vermeidbar sind, gelten Maßnahmen auf EU-Ebene zunehmend als unerlässlich.

Im Factsheet zum Safe Hearts-Plan wird Alkohol als Risikofaktor von der EU-Kommission nicht einmal erwähnt.
Im Dezember 2025 stellte die Europäische Kommission den »Safe Hearts Plan« vor – die erste umfassende EU-Strategie zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Plan zielt darauf ab, Prävention, Früherkennung und Vorsorge sowie Behandlung und Versorgung zu stärken und gleichzeitig gesundheitliche Ungleichheiten zwischen den Mitgliedstaaten abzubauen.
Im Anschluss an den Vorschlag der Kommission hat das Europäische Parlament nun seinen eigenen Bericht über eine EU-Strategie zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verabschiedet. Parlamentsberichte spielen eine wichtige Rolle bei der Festlegung politischer Prioritäten, beeinflussen die Umsetzung und zeigen auf, wo verstärkte Maßnahmen der EU erforderlich sind.
Der von der Europaabgeordneten Romana Jerković erstellte Bericht unterstreicht, wie wichtig es ist, die sozioökonomischen und ökologischen Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzugehen, darunter Einkommensungleichheit, Umweltverschmutzung und die Rolle von Geschäftspraktiken, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Er fordert eine strengere Regulierung von Lebensmitteln, Getränken, Alkohol und Nikotinprodukten und stellt fest, dass freiwillige Maßnahmen der Industrie nur begrenzte Ergebnisse gebracht haben.
Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören:
- Verbindliche Reformulierungsziele zur Reduzierung von Salz, Zucker und gesättigten Fetten
- Beschränkungen für die Vermarktung ungesunder Produkte
- Höhere Besteuerung von Alkohol
- EU-weite Gesundheitswarnungen auf alkoholischen Getränken
- Strengere Regulierung von nichtmedizinischen Nikotinprodukten
Das EU-Parlament betont, dass handelsbezogene Gesundheitsfaktoren, einschließlich der aggressiven Vermarktung von Tabak, Alkohol, hochverarbeiteten Lebensmitteln und zuckerhaltigen Getränken, eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Herzerkrankungen spielen.«
Verbesserter Entwurf des Parlamentsausschusses für öffentliche Gesundheit
Das EU-Parlament
- betont, dass die Ziele der öffentlichen Gesundheit häufig durch profitorientierte Praktiken von Unternehmen untergraben werden und einkommensschwache Haushalte dadurch unverhältnismäig geschädigt werden;
- betont, dass es in der Gesundheitspolitik keine ungebührliche Einflussnahme durch Unternehmen geben darf;
- fordert Transparenz bei Entscheidungsprozessen und Lobbyarbeit im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit;
- betont, dass falsche und irreführende gesundheitsbezogene Angaben, einschließlich Angaben, die auf einen Nutzen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit oder andere gesundheitliche Vorteile ungesunder Produkte hindeuten, eine wichtige kommerzielle Determinante für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen;
- fordert ein energisches Vorgehen der EU, um solche Angaben in allen Produktkategorien, einschließlich Tabak- und Nikotinerzeugnissen, alkoholischen Getränken und hochverarbeiteten Lebensmitteln, zu verbieten und so die Verbraucher*innen zu schützen und die Normalisierung schädlicher Konsumgewohnheiten zu verhindern;
- fordert strenge Maßnahmen der EU, um solche Angaben zu verbieten beziehungsweise streng zu regeln und sicherzustellen, dass alle Informationen für die Verbraucher*innen auf unabhängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, einer vorherigen Genehmigung durch die zuständigen Behörden unterliegen und die Verbraucher*innen nicht über kardiovaskuläre und andere Gesundheitsrisiken in die Irre führen;
- fordert die Mitgliedstaaten auf, die Verbrauchsteuer auf Alkohol zu erhöhen, unter anderem durch regelmäßige Inflationsanpassungen und Mindeststeuerbeträge, um die Erschwinglichkeit zu verringern;
- fordert die Einführung verbindlicher, standardisierter und deutlich sichtbarer gesundheitsbezogener Warnhinweise auf alkoholischen Getränken, einschließlich Warnungen vor kardiovaskulären Risiken im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, um das Bewusstsein der Verbraucher*innen zu schärfen und der irreführenden Wahrnehmung von Alkohol als harmlosem oder nutzbringendem Produkt entgegenzuwirken;
Alkoholpolitische Forderungen im Entwurf des Parlamentausschusses für öffentliche Gesundheit
Auswirkungen des Alkoholkonsums auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Europäische Herz-Netzwerk (EHN) veröffentlicht sein neues Positionspapier »The Impact of Alcohol Consumption on Cardiovascular Disease« (Der Einfluss des Alkoholkonsums auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen), einen entschiedenen Aufruf zum Handeln, der sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse stützt. Das Positionspapier des EHN basiert auf Forschungsarbeiten von Tim Stockwell von der University of Victoria in Kanada. Es widerlegt langjährige Mythen über die angeblichen Vorteile von Alkohol für die Herzgesundheit und betont die dringende Notwendigkeit strengerer Maßnahmen zum Schutz der Herz-Kreislauf-Gesundheit der Bevölkerung und zur Schaffung gesünderer Lebensbedingungen in ganz Europa.
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Der Bericht unterstreicht auch die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen der EU, insbesondere wenn einzelne Mitgliedstaaten allein vor Herausforderungen stehen, wie beispielsweise bei der Kennzeichnung von Alkohol.
Irland führt als erstes Land verpflichtende Gesundheitswarnungen auf alkoholischen Produkten ein

Irland konnte endlich das Recht seiner Bürger*innen auf klare und präzise Warnungen vor den schädlichen Auswirkungen von Alkohol auf allen alkoholischen Produkten durchsetzen. Seit der ersten Bekanntgabe dieses Gesetzesvorschlags in der EU übt die Alkoholindustrie massiven Druck aus, um diese Entscheidung zu Fall zu bringen.
Quelle: UEG Advocacy Bulletin – February 2026
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