Ein stark beschädigtes dunkles Auto mit zerstörter Front steht am Straßenrand und ist mit rot-weißem Absperrband markiert. Im Hintergrund sind weitere Fahrzeuge auf einer Straße zu sehen.

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) hat sich für eine Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr ausgesprochen, weil niemand zuverlässig einschätzen könne, wann der geltende Grenzwert von 0,5 Promille erreicht ist und wie Alkohol individuell wirkt. Er plädiert dafür, nur mit 0,0 Promille am Straßenverkehr teilzunehmen.

Anlass sind Zahlen, die Innenministerin Daniela Behrens (SPD) Mitte April zur Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt hat: Zwar sank die Zahl der durch Alkohol oder andere berauschende Mittel verursachten Todesfälle im vergangenen Jahr von 23 auf acht, und die Zahl der entsprechenden Unfälle ging um etwa drei Prozent auf rund 4.200 zurück. Dennoch sei die Zahl der Toten weiterhin zu hoch, und viele Menschen seien zu schnell unterwegs oder setzten sich betrunken oder berauscht ans Steuer.

Ich halte es definitiv für ratsam, nur mit 0,0 Promille am Straßenverkehr teilzunehmen.«
Andreas Philippi

Neben der Null-Promille-Grenze fordert Philippi auch eine Anhebung der Altersgrenze für Alkohol auf 18 Jahre, analog zu Cannabis, um Suchtprävention zu stärken. Damit würde das sogenannte »begleitete« Alkoholtrinken abgeschafft: Derzeit dürfen Jugendliche ab 16 Jahren Bier, Wein und Sekt kaufen und trinken, in Begleitung einer sorgeberechtigten Person bereits ab 14 Jahren – eine Regelung aus dem Jahr 1952, die bereits von den Gesundheitsminister*innen der Länder kritisiert wurde. Philippi lehnt das begleitete Alkoholtrinken ab.

Aus suchtpräventiver und gesundheitspolitischer Sicht sollte Alkohol wie Cannabis erst ab 18 freigegeben werden.«
Andreas Philippi

Zudem äußert er sich besorgt über Cannabiskonsum im Straßenverkehr und betont, dass berauschtes Fahren ein gesellschaftliches Tabu sein müsse, weil es nicht nur die Einzelnen, sondern alle Verkehrsteilnehmenden gefährde.

Bundesrat fordert Abschaffung des »begleiteten« Alkoholtrinkens

Ein Junge und ein Mädchen sitzen in einem Restaurant nebeneinander in einer Sitznische, essen lachend Pommes Frites und Burger.

In seiner 1057. Sitzung hat der Bundesrat am vergangenen Freitag einem Entschließungsantrag zur Änderung des Jugendschutzgesetzes zugestimmt, um das »begleitete« Alkoholtrinken abzuschaffen. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzubereiten. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi zeigte sich zufrieden.