Porträt von Linda Heitmann, Berichterstatterin für Drogen- und Suchtpolitik der Grünen im Bundestag, neben ihrem Ziatat: Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland noch immer in einem Umfeld auf, in dem Alkohol nahezu selbstverständlich verfügbar und sichtbar ist und breit beworben wird.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen umfassenden Antrag zur systematischen Stärkung der Alkoholprävention in Deutschland verabschiedet, den sie Mitte Juni anlässlich der Aktionswoche Alkohol in den Bundestag einbringen wird.

Im Mittelpunkt stehen dabei ein besserer Kinder- und Jugendschutz sowie die Aufforderung an die Bundesregierung, ein umfassendes Alkoholpräventionsgesetz auf den Weg zu bringen. Die Grünen schlagen hierfür verschiedene wirksamere Maßnahmen und Bausteine gegen alkoholbedingte Gesundheitsrisiken vor.

Mit dem Antrag verfolgen die Grünen einen modernen Ansatz der Alkoholprävention. Konkret fordert die Fraktion:

  • die Abschaffung des »begleiteten« Alkoholtrinkens ab 14 Jahren,
  • strengere Regeln für Alkoholwerbung, insbesondere online und in den sozialen Medien,
  • stärkere Alterskontrollen im Handel und im digitalen Raum,
  • Maßnahmen gegen impulsgetriebene Alkoholkäufe,
  • eine bessere Finanzierung von Präventions- und Suchthilfeangeboten sowie
  • die Förderung alkoholfreier Alternativen.
Wer Kinder und Jugendliche wirksam unterstützen will, darf die Verantwortung nicht allein auf Einzelne abwälzen«, erklärt Linda Heitmann, zuständig für Drogen- und Suchtpolitik in der Grünen-Bundestagsfraktion. »Es braucht klare gesundheitspolitische Rahmenbedingungen, konsequentere Regeln bei Werbung und Verkauf sowie mehr Unterstützung für Prävention, Suchthilfe und attraktive alkoholfreie Alternativen.«

Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass ein ausgewogenes Zusammenspiel aus strukturellen Rahmenbedingungen und zielgerichteten Maßnahmen im Kinder- und Jugendschutz entscheidend ist, um den Alkoholkonsum langfristig zu reduzieren und gesundheitliche Belastungen zu verringern. In internationalen Empfehlungen – etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – wird auch darauf hingewiesen, dass bestehende Maßnahmen weiterentwickelt und stärker aufeinander abgestimmt werden können. Ein besonderes Potenzial liegt in der sogenannten Verhältnisprävention. Diese zielt darauf ab, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass riskanter Konsum weniger begünstigt wird. Internationale Erfahrungen zeigen, dass solche Ansätze insbesondere bei Jugendlichen wirksam sein können.

Zahlreiche Studien und Berichte der WHO zeigen, dass Maßnahmen wie eine am Alkoholgehalt orientierte Preisgestaltung, eine verantwortungsvolle Regulierung der Verfügbarkeit und ein sensibler Umgang mit Werbung wirksame Beiträge zur Reduzierung alkoholbedingter Gesundheitsschäden leisten können. Das Ziel besteht darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, die informierte Entscheidungen erleichtern und insbesondere Kinder und Jugendliche besser schützen.

Grüne wollen Alkoholwerbung besser regulieren und fordern alkoholfreie Kassen

Laufband einer Supermarktkasse.

Die Grünen wollen Jugendliche besser vor Alkohol und Nikotin schützen. Sie fordern unter anderem ein Werbeverbot für alle alkoholischen Getränke im Fernsehen von 6 bis 22 Uhr. Außerdem soll der Verkauf von Alkohol in der Nähe von Supermarktkassen verboten werden.

Grüne fordern Strategie zur Alkoholprävention

Reichtstagsgebäude mit Herzrhythmus-Kurve im Vordergrund

Vergangenen November haben Abgeordnete der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen den Antrag

gestellt, zu dem der Bundestag im ersten Satz beschließen möge:

»Alkohol wird in Deutschland mit Geselligkeit, dem gemütlichen Feierabendbier oder großen Volksfesten assoziiert.«

Diese vermutlich humoristisch gemeinte Einleitung dürfte allerdings das einzige sein, dem Abgeordnete aller Fraktionen einmütig zustimmen werden – nur bedarf es dazu wirklich eines Bundestags-Beschlusses?

Am 3. März findet nun eine öffentliche Anhörung zu diesem sowie einem FDP-Antrag zum Thema Fetales Alkoholsyndrom (FAS) statt, die auch live im Internet verfolgt werden kann.

Quelle: Pressemitteilung von Linda Heitmann