Nahaufnahme einer brennenden Zigarette mit orangefarbenem Filter, die in einem geschliffenen Kristall-Aschenbecher liegt; Asche und feiner Rauch sind sichtbar.

In einer aktuellen Umfrage, die das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Auftrag gegeben hat, befürworten 66 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Tabaksteuer und 73 Prozent eine Herstellerabgabe auf Tabakprodukte und E-Zigaretten, die gezielt für Präventionsmaßnahmen genutzt werden kann.

Höhere Tabaksteuern senken den Tabakkonsum und retten somit Leben. Gleichzeitig erhöhen sie die Staatseinnahmen. Eine vom Hersteller zu entrichtende »Präventionsabgabe« auf Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten kann zusätzliche Einnahmen generieren. Diese können direkt für Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden. Dadurch werden die Folgekosten des Tabakkonsums reduziert und das Gesundheitssystem entlastet.

Rauchen ist teuer – auch für den Staat: Mit rund 97 Milliarden Euro belastet der Tabakkonsum jährlich das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Neben dem großen menschlichen Leid, das durch das Rauchen verursacht wird, ist dieser Kostenfaktor ein weiterer Grund, den Tabakkonsum in der Bevölkerung zu senken. Die wirksamste Maßnahme dafür sind Preiserhöhungen.

Unsere Umfrage zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich Tabaksteuererhöhungen und eine Präventionsabgabe auf Tabakprodukte und E-Zigaretten.«
Ute Mons, Präventionsexpertin am DKFZ

Auch die Hälfte der Raucher*innen und E-Zigaretten-Nutzer*innen unterstützt eine Präventionsabgabe. Die Zustimmung zu Preiserhöhungen ist unabhängig von der Parteipräferenz der Befragten: Unter potenziellen Wähler*innen aller im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien liegt sie bei 70 bis 89 Prozent.

Höhere Preise halten Jugendliche davon ab, mit dem Tabakkonsum zu beginnen, motivieren Raucher*innen, das Rauchen aufzugeben, und stärken ehemalige Raucher*innen darin, rauchfrei zu bleiben. Eine Preiserhöhung für Zigaretten um zehn Prozent führt dazu, dass Erwachsene ihren Konsum durchschnittlich um fünf Prozent reduzieren. Bei den besonders preisempfindlichen Jugendlichen liegt die Reduzierung sogar bei bis zu 13 Prozent.

Eine neue, zweckgebundene Präventionsabgabe, die vom Hersteller zu entrichten ist, bietet den Vorteil, dass damit gezielt Maßnahmen zur Tabakprävention finanziert werden können. Dies entlastet die Gesundheitskassen zusätzlich.

Auch die von der Gesundheitsministerin berufene Finanzkommission Gesundheit befürwortet eine deutliche jährliche Anhebung der Tabaksteuern. Sie empfiehlt, die zu erwartenden Mehreinnahmen in Milliardenhöhe zur Entlastung der solidarisch finanzierten Krankenversicherung einzusetzen. In einem aktuellen Positionspapier unterstützen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Erhöhung der Tabaksteuern und ‑preise.

Titelseite des DKFZ-Policy Briefs 'Preiserhöhungen für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten'.

Um die Tabakprävention zu stärken und somit Krebs und weitere Erkrankungen zu vermeiden, fordert das DKFZ die Bundesregierung auf, die Steuer auf Tabakerzeugnisse und verwandte Produkte über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg jährlich um zehn Prozent zu erhöhen. Dabei sollten alle Tabakprodukte gleichmäßig besteuert und die Steuersätze regelmäßig an Inflation und Einkommenssteigerungen angepasst werden. Zusätzlich empfiehlt das DKFZ die Einführung einer Herstellerabgabe auf Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse, die gezielt für Präventionsmaßnahmen verwendet wird.

Das würde nicht nur das Gesundheitssystem entlasten, sondern auch zahlreiche tabakbedingte Krebsneuerkrankungen in Deutschland vermeiden.«
Ute Mons, Präventionsexpertin am DKFZ

Mehr zum Thema im neuen Policy Brief:

Australien erhöht alle sechs Monate die Bier- und Tabaksteuer

Drei lachende junge Menschen. Links am Rand eingeblendet fünf Bierflaschen und australische Dokumente.

Die Biersteuer und andere gesundheitsbezogene Steuern wurden im Einklang mit der australischen Steuerpolitik der Inflationsindexierung erhöht. Vor der Erhöhung im August fand die letzte Steuererhöhung im Februar 2023 statt.

In Australien werden die Steuern auf Bier und Tabak halbjährlich erhöht, da die Verbrauchsteuern an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. Der Indexierungsmechanismus wurde gewählt, weil der Alkoholsteuer ein fester Geldwert zugewiesen wird. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zu einem prozentualen Steuersystem.

Reinhardt: »Alkohol- und Tabaksteuer zur finanziellen Entlastung der GKV verwenden«

Puzzle-Teile mit Aufschrift Alkoholsteuer

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hat sich dafür ausgesprochen, die Alkohol- und Tabaksteuer als zweckgebundene Abgabe teilweise für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu verwenden. Dies könne die Finanzierung des Gesundheitssystems langfristig sichern.

Quelle: Pressemitteilung des DKFZ