In einem düster beleuchteten Wohnzimmer hält eine Frau zwei Kinder schützend im Arm, beide blicken besorgt auf einen Mann, der mit dem Rücken zur Kamera steht und eine Flasche in der Hand hält.
Foto KI-generiert

Weltweit tragen Frauen und Kinder die Hauptlast des Alkoholkonsums von Männern und sind mit Gewalt, finanziellen Schwierigkeiten und einem zerstörten Leben konfrontiert. Regierungen versäumen es, diese Auswirkungen anzugehen, wodurch Familien schutzlos bleiben. Es ist an der Zeit, sich mit den geschlechtsspezifischen Auswirkungen des Alkoholkonsums auseinanderzusetzen und Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Frauen und Kinder zu fordern. Unsere neue globale Forschungszusammenfassung deckt die versteckten Schäden des Alkoholkonsums von Männern auf und zeigt, dass politische Entscheidungsträger*innen dringend handeln müssen.

Forschungsergebnisse zeigen eine weltweite Epidemie von Schäden

Ich bin Mitglied einer internationalen Forschungsgruppe, die sich mit den unverhältnismäßigen Auswirkungen des Alkoholkonsums von Männern auf Frauen und Kinder befasst. Expert*innen aus zehn Ländern – darunter auch ich aus Australien – haben sich zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen des starken Alkoholkonsums von Männern zu untersuchen und zu ermitteln, ob Alkoholpolitik und Interventionen diesen Schäden entgegenwirken.

Wir haben festgestellt, dass Frauen und Kinder aufgrund von alkoholbedingter Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch häufig körperliche Verletzungen, psychische Probleme, finanzielle Not und Störungen ihrer Ausbildung und der familiären Stabilität erfahren.

Einfach ausgedrückt: Wenn Männer viel Alkohol trinken, neigen sie eher dazu, sich dabei so zu verhalten, dass sie anderen Schaden zufügen. Dennoch versäumen es Regierungen weltweit weitgehend, die versteckten Schäden des Alkoholkonsums von Männern anzugehen.

Es ist klar, dass dringende Maßnahmen im Bereich Alkohol und eine umfassendere Politik erforderlich sind, um diese Schäden zu begrenzen.

Die übersehenen Kosten: Wie Familien die Last tragen

Weltweit gibt jede dritte Frau an, mit einem stark alkoholkonsumierenden Partner zusammenzuleben. Kinder, die solchem Alkoholkonsum von Männern ausgesetzt sind, sehen sich mit einem erhöhten Risiko von Gewalt, Vernachlässigung, schlechter Gesundheit und eingeschränkten Lebenschancen konfrontiert.

Während Männer durch ihren eigenen Alkoholkonsum mehr Schaden erleiden, sind Frauen und Kinder unverhältnismäßig stark vom Alkoholkonsum anderer – insbesondere von Männern – betroffen und leiden häufig unter körperlichen Verletzungen, psychischen Problemen, finanziellen Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen ihrer Ausbildung und der Stabilität ihrer Familie.

Der Alkoholkonsum von Männern schadet auch anderen Männern.

Internationale Daten zeigen große geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen den Ländern, wobei die Prävalenz und die Muster des Alkoholkonsums stark variieren. In einigen Regionen führen diese Unterschiede dazu, dass Frauen und Kinder stärker und häufiger geschädigt werden.

Weltweit wird kaum anerkannt, dass der Alkoholkonsum anderer, insbesondere von Männern, zu vielen Schäden für Frauen und Kinder beiträgt. Frauen und Kinder leiden oft darunter, doch in der Politik werden ihre Erfahrungen selten berücksichtigt.

Weiterreichende Perspektiven erforderlich, um politische Lücken zu schließen

Soziale, kulturelle und wirtschaftliche Politik sowie alkoholbezogene Strategien müssen geändert werden, um sicherzustellen, dass politische Entscheidungsträger*innen, Regierungen und die Alkoholindustrie auf die alkoholbedingten Schäden reagieren, die Frauen und Kinder durch den Alkoholkonsum von Männern erleiden.

In Australien kommen diese Erkenntnisse gerade zur rechten Zeit – sie stehen im Einklang mit der wachsenden nationalen Aufmerksamkeit für häusliche und familiäre Gewalt, und die alkoholbedingten Folgen müssen hervorgehoben werden.

Die Rolle von Alkohol bei der Entstehung von Gewalt in Paarbeziehungen wurde in jüngsten Regierungsberichten anerkannt, wobei Forderungen nach einer Verschärfung der Regulierung und Präventionsstrategien laut wurden.

Die australische Bundesregierung gab im vergangenen Jahr eine Schnellüberprüfung in Auftrag, die eine Überarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Alkohol empfahl.

Maßnahmen wie die Erhöhung der Alkoholsteuer, die Einschränkung der Verfügbarkeit und die Begrenzung der Vermarktung sind nach wie vor unerlässlich, müssen jedoch mit Interventionen einhergehen, die schädliche Geschlechternormen bekämpfen, Frauen und Kinder stärken und strukturelle Probleme angehen.

Eine gemeinsame Anstrengung

Unsere Studie »Harms to Women and Children from Men’s Alcohol Use: An Evidence Review and Directions for Policy« (Schäden für Frauen und Kinder durch Alkoholkonsum von Männern: Eine Evidenzübersicht und politische Handlungsempfehlungen) wurde diese Woche vom globalen gemeinnützigen Forschungsinstitut RTI International veröffentlicht. Die Ergebnisse sind auch in einem Artikel von The Conversation zusammengefasst.

Darin beschreiben wir die vielfältigen Schäden, die Frauen und Kindern durch den starken Alkoholkonsum von Männern entstehen, und identifizieren Defizite in der internationalen und nationalen Politik. Wir entwickeln neue Modelle zum Verständnis der Schäden für Frauen und Kinder und zum Umgang mit dem Alkoholkonsum von Männern.

Unsere neue Studie zeigt, dass Frauen und Kinder Gewalt, Vernachlässigung und finanzieller Not ausgesetzt sind, wenn Männer viel Alkohol trinken – dennoch ignorieren die Regierungen diese Kosten weitgehend. Es ist Zeit für Veränderungen.

Titelseite Harms to women and children from men’s alcohol use

Titel: Harms to women and children from men’s alcohol use: An evidence review and directions for policy

Autor*innen: Anne-Marie Laslett, Leane Ramsoomar, Katherine Karriker-Jaffe, Cassandra Hopkins, Kathryn Graham, Natalie Blackburn, Mary Jean Walker, Siri H. Haugland, Ilona Tamutienė, Robin Room, Thomas K Greenfield, Gail Gilchrist, Amany S. B. Tanyos, Bree Willoughby, Siri Hettige, Orratai Waleewong, Ingrid M. Wilson

Zitierung: Laslett, A.-M., Ramsoomar, L., Karriker-Jaffe, K., Hopkins, C., Graham, K., Blackburn, N., Walker, M. J., Haugland, S. H., Tamutienė, I., Room, R., Greenfield, T. K., Gilchrist, G., Tanyos, A. S. B., Willoughby, B., Hettige, S., Waleewong, O., & Wilson, I. M. (2025). Harms to women and children from men’s alcohol use: An evidence review and directions for policy. RTI Press. RTI Press Occasional Paper No. OP-0098-2509 https://doi.org/10.3768/rtipress.2025.op.0098.2509

Quelle: RTI Press

Datum der Veröffentlichung: September 2025

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Diese bahnbrechende Evidenzübersicht hebt die oft übersehenen Schäden hervor, die der Alkoholkonsum von Männern weltweit für Frauen und Kinder verursacht, und fordert mutige, geschlechtsspezifische politische Maßnahmen und rasche Veränderungen, um Gesundheit, Sicherheit und Gleichberechtigung für Familien und Gemeinschaften überall zu fördern.

Quelle: Anne-Marie Laslett auf Linkedin

Übersetzt mit www.DeepL.com