
Anlässlich des FASD Awareness Day hat die Stiftung Sucht Schweiz die Website schwangerschaft-ohne-alkohol.ch auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht. Damit unterstreicht sie ihre zentrale Botschaft für die Gesundheit des Kindes: Alkoholfrei ab der Empfängnis und während der gesamten Schwangerschaft.
Der 9. September ist ein weltweiter Gedenktag für Kinder, die während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt waren. In der Schweiz kommen jährlich schätzungsweise über 1700 Kinder mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) zur Welt.
Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) zählen zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen angeborener Entwicklungsstörungen. Im Gegensatz zu einigen anderen Beeinträchtigungen sind FASD nicht heilbar und begleiten die betroffenen Kinder ein Leben lang.
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine Alkoholmenge, die für die Entwicklung des ungeborenen Kindes als sicher gilt.
Deshalb empfehlen wir, während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken – idealerweise bereits ab der Empfängnis, also schon bevor ein Schwangerschafts-Test positiv ausfällt.«
Tania Séverin, Direktorin von Sucht Schweiz
Sucht Schweiz hat die Website schwangerschaft-ohne-alkohol.ch umfassend überarbeitet. Sie bietet verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen für eine alkoholfreie Schwangerschaft sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen von werdenden Eltern und Fachpersonen. Darüber hinaus finden sich hier verlässliche Informationen bei Verdacht auf eine Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD).
Mehr Sensibilisierung für die Phase der frühen Schwangerschaft
Die allermeisten Frauen trinken nach einer bestätigten Schwangerschaft keinen Alkohol mehr. In einer Umfrage von Sucht Schweiz mit über 800 Schwangeren gab jedoch fast jede zweite Frau an, zwischen Empfängnis und Schwangerschaftsbestätigung Alkohol getrunken zu haben. Sucht Schweiz plädiert deshalb für ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung eines alkoholfreien Starts in die Schwangerschaft. Denn bereits in dieser frühen Phase kann Alkohol die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen.
Die Verantwortung liegt nicht allein bei den werdenden Eltern, sondern betrifft das gesamte soziale Umfeld. Da viele Schwangerschaften erst einige Wochen nach der Empfängnis festgestellt werden, ist es wichtig, bei ausbleibender Regelblutung oder einem möglichen Schwangerschaftsverdacht auch die alkoholfreie Lebensweise zu berücksichtigen. Idealerweise sollte bereits in der Phase der Schwangerschaftsplanung, also vor der Empfängnis, kein Alkohol mehr getrunken werden. So können ungeborene Kinder in den ersten Wochen ihrer Entwicklung vor vermeidbaren Beeinträchtigungen geschützt werden.
Alkohol erreicht das Baby unmittelbar
Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, gelangt dieser über die Plazenta direkt zum ungeborenen Kind. Dabei erreicht das Baby nahezu die gleiche Alkoholkonzentration im Blut wie die Mutter. Anders als Erwachsene kann das ungeborene Kind Alkohol jedoch nur sehr langsam abbauen, da sein Stoffwechsel noch nicht vollständig entwickelt ist. Dadurch bleibt Alkohol deutlich länger im Körper des Kindes und kann dessen Organentwicklung – insbesondere die des Gehirns – beeinträchtigen. Alkoholkonsum kann in jeder Phase der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben.
In der Schweiz kommen schätzungsweise jährlich über 1.700 Kinder mit fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) zur Welt. Diese können unter anderem zu Gedächtnis- und Lernproblemen, psychomotorischen Störungen, Schwierigkeiten beim Sprachverständnis oder in sozialen Beziehungen führen. Schwere Formen von FASD machen oft eine umfassende Unterstützung im Alltag erforderlich.
Welttag der Fetalen Alkoholspektrum-Störung – Sucht Schweiz ruft zur Unterstützung der Betroffenen auf

Der 9. September steht im Zeichen der Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD). Die Beeinträchtigungen durch Alkohol bei ungeborenen Kindern sind zum Teil schwerwiegend. Die Stiftung Sucht Schweiz setzt sich dafür ein, dass diese Störungen besser erkannt werden und mehr Betroffene geeignete Unterstützung finden. Zum Welttag ruft Sucht Schweiz dazu auf, FASD sichtbar zu machen und ihre Posts online zu teilen.
Täglicher Alkoholkonsum geht zurück – das Rauschtrinken nicht

Nicht erst seit der Corona-Pandemie hat sich die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen insgesamt verschlechtert. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen. Gleichzeitig hat die Häufigkeit des Suchtmittelkonsums bei Jugendlichen teils zugenommen, teils verharrt sie auf zu hohem Niveau.
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Quelle: Medienmitteilung von Sucht Schweiz
