
Autor Georg Schomerus beim ersten Recovery Walk 2025 in Leipzig.
Deutschland ist ein Land, das Alkohol liebt. Gleichzeitig werden diejenigen verachtet, die alkoholabhängig werden. Der Stigmaforscher Georg Schomerus zeigt, wie diese Doppelmoral Betroffene unsichtbar macht, Hilfe verhindert und eine wirksame Alkoholpolitik blockiert.

Er erklärt auf verständliche Weise, warum nicht persönliche Schwäche, sondern gesellschaftliche Strukturen und wirtschaftliche Interessen Menschen krank machen. Ein faktenbasierter Realitätscheck rückt die Verantwortung im Umgang mit Alkohol dorthin, wo sie hingehört: mitten in unsere Gesellschaft.
Für viele gehört Alkohol ganz selbstverständlich zum Alltag. Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit werden dagegen häufig ausgegrenzt oder als selbst schuld angesehen. Wie diese Stigmatisierung sich ausdrückt, zeigt sich schon beim herausgebenden Verlag: Bei Beltz findet man das Buch in der Kategorie »Ratgeber Ernährung und Essstörungen«.
Schomerus erklärt, warum Alkoholabhängigkeit weit mehr ist als individuelles Versagen, welche Rolle Politik und wirtschaftliche Interessen dabei spielen und weshalb Stigmatisierung selbst krank machen kann.
Zeitgemäß, fundiert und empathisch macht Schomerus deutlich, was wir gewinnen können, wenn wir das Stigma überwinden. Dieses Buch war lange überfällig. Ein leidenschaftliches Manifest für Recovery.«
Mia Gatow, Journalistin und Autorin
Prof. Dr. Georg Schomerus ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie seit 2019 Direktor der Klinik für Psychiatrie am Universitätsklinikum Leipzig. Er erforscht seit über 15 Jahren das Stigma von Suchterkrankungen und gilt in Deutschland als führender Experte auf diesem Gebiet.
Georg Schomerus ist ein Glücksfall für Wissenschaft und Gesellschaft. Wie kaum ein anderer versteht er es, fachliche Kompetenz mit Menschenfreundlichkeit zu verbinden.«
Nathalie Stüben, Podcasterin und Autorin
Im Kulturprogramm des Saarländischen Rundfunks (SR) beantwortet Georg Schomerus »Fragen an den Autor.«
