Moderner Hafen in Klaipėda mit Blick auf das charakteristische Hotelgebäude, Yachten und die maritime Promenade bei sonnigem Wetter.

Das Universitätsklinikum Klaipeda verstärkt seine Bemühungen, die Erkennung von fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) in Litauen zu verbessern – im Rahmen des internationalen FASD-Bridge-Projekts, das gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und Polen durchgeführt wird.

Logo des Projekts FASD Bridge.

Das Projekt soll die Lücken zwischen dem vorhandenen internationalen Wissen über FASD und der täglichen Praxis im Gesundheitswesen schließen. Es bringt Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um Diagnoseansätze zu vergleichen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und Methoden zu entwickeln, die an das litauische Gesundheitssystem angepasst werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die Fähigkeit der Fachkräfte zu verbessern, FASD früher und einheitlicher zu erkennen, damit Kinder und Familien schneller angemessene Unterstützung erhalten können.

Dies ist wichtig, da FASD über Jahre hinweg unerkannt bleiben kann. Schwierigkeiten in den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen, Emotionsregulation, Impulskontrolle und Planung werden möglicherweise stattdessen als Verhaltensauffälligkeiten, mangelnde Motivation oder Erziehungsschwierigkeiten interpretiert. FASD-Bridge zielt daher nicht nur darauf ab, das diagnostische Wissen zu stärken, sondern auch einen besser abgestimmten Ansatz zwischen den verschiedenen an der Betreuung eines Kindes beteiligten Fachkräften zu fördern.

Das Universitätsklinikum Klaipėda betont zudem die Präventionsbotschaft, dass es keine bekannte sichere Alkoholmenge während der Schwangerschaft und keinen bekannten sicheren Zeitraum für den Alkoholkonsum gibt. Da sich das Gehirn während der gesamten Schwangerschaft entwickelt, ist das Vermeiden von Alkohol bei der Planung einer Schwangerschaft sowie während der Schwangerschaft die sicherste Wahl..

Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund, dass FASD in Litauen über das Gesundheitswesen hinaus zunehmend Beachtung findet. Die litauische Organisation »FASD platforma« ist kürzlich der European FASD Alliance beigetreten und verbindet damit die aufkommende zivilgesellschaftliche Arbeit im Bereich FASD in Litauen mit dem breiteren europäischen Netzwerk. Die Allianz vereint Organisationen und Fachleute, die sich für die Sensibilisierung, Prävention und Unterstützung von Menschen mit FASD und ihren Familien einsetzen.

Insgesamt deuten diese beiden Entwicklungen auf eine verstärkte Bekämpfung von FASD in Litauen hin, sowohl durch den Aufbau klinischer Fachkompetenz als auch durch eine intensivere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft auf nationaler und europäischer Ebene.

Baltikum als Vorbild für Reformen zur Alkoholkontrolle in der Europäischen Union

Die Flaggen der baltischen Staaten – Lettland, Litauen und Estland – wehen an weißen Fahnenmasten auf einem Sandstrand neben dem Meer unter einem blau-weißen Wolkenhimmel.

Zwischen 2000 und 2022 haben Litauen, Estland und in geringerem Maße auch Lettland 16 bedeutende Maßnahmen der Alkoholpolitik umgesetzt, die darauf abzielten, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und die Alkoholsteuern zu erhöhen. Es zeigte sich, dass diese Maßnahmen – über die langfristigen regionalen Trends hinaus – den Pro-Kopf-Alkoholkonsum, die Gesamtsterblichkeit sowie die alkoholbedingte Sterblichkeit erfolgreich gesenkt, die Alkoholkonsumgewohnheiten verändert und Ungleichheiten bei der Sterblichkeit verringert haben. Dieser Beitrag konzentriert sich auf neue Erkenntnisse seit 2022 und bietet eine Perspektive darauf, was andere Länder mit hohem Einkommen innerhalb der Europäischen Union (EU) und darüber hinaus aus den Erfahrungen der baltischen Staaten, insbesondere Litauens, lernen können.

Werbeverbote helfen Jugendlichen, weniger Alkohol zu trinken

Diagramm auf einer Werbetafel an einer Straße zeigt den Rückgang von Alkoholräuschen bei Jugendlichen in Litauen in den letzten 12 Monaten: von etwa 2,3 im Jahr 2007 auf circa 0,7 im Jahr 2019.

Alkoholkonsum ist nach wie vor eine der Hauptursachen für vorzeitige Sterblichkeit und Krankheitslast in Europa. Er ist für jeden zehnten Todesfall insgesamt verantwortlich, wobei der Anteil bei jungen Menschen noch höher liegt. In Europa beginnt der Alkoholkonsum oft schon früh: Jede*r dritte Jugendliche gibt an, bereits im Alter von 13 Jahren zum ersten Mal Alkohol getrunken zu haben. Im Laufe der Adoleszenz und bis ins junge Erwachsenenalter steigt der Konsum in der Regel an – und das in einer Phase, in der junge Menschen besonders anfällig für äußere Einflüsse wie soziale Netzwerke und Alkoholwerbung sind.