
Der neue Dokumentarfilm »Digital Intoxication: Alcohol Marketing Explained« vom Institute of Alcohol Studies stützt sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), von Cancer Research UK sowie auf neue Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026.
Er zeigt auf, wie Alkoholkonzerne algorithmisches Targeting, nicht offengelegte Prominentenwerbung und Metaverse-Marketing einsetzen, um Hochkonsument*innen und Kinder zu erreichen. Dies geschieht vor dem Hintergrund des wegweisenden US-Urteils gegen Meta und YouTube wegen süchtig machender Plattformgestaltung in diesem Jahr.
Zu Wort kommen die Professor*innen Antonia Lyons und Nic Carah sowie Karen, eine Sprecherin von Balance North East.
Wie dich die Alkoholwerbung online ins Visier nimmt
Im Jahr 2026 befand eine US-Jury Meta und YouTube für schuldig, Plattformen entwickelt zu haben, die bewusst so gestaltet wurden, dass sie bei Kindern Suchtpotenzial auslösen – ein Urteil, das viele als den »Tabakindustrie-Moment« der Tech-Branche bezeichnen. Doch die Plattformen machen nicht nur aufgrund ihres Designs süchtig. Seit Jahren werden sie an einige der versiertesten Marketingexpert*innen der Welt vermietet – darunter auch die Alkoholindustrie.
Diese Doku untersucht, wie digitales Alkoholmarketing tatsächlich funktioniert: die Algorithmen, die Menschen ausfindig machen, die bereits viel Alkohol trinken, und sie »überproportional« ansprechen; die Influencer*innen (darunter The Rock, Beyoncé und Kendall Jenner), die ihre eigenen Alkoholmarken vor Hunderten Millionen Follower bewerben, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen; und der Aufstieg des Alkoholmarketings in E-Sport, Videospielen und sogar im Metaversum.
Die Macher*innen des Films sprechen mit führenden Forscher*innen über die Daten, die hinter dieser gezielten Ansprache stehen, die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche und darüber, warum die Regulierung immer wieder hinter der technologischen Entwicklung zurückgeblieben ist.
In diesem Film:
- Warum »Lookalike«-Targeting algorithmische Werbung bei suchterzeugenden Produkten besonders gefährlich macht
- Wie Influencer-Marketing die Vorschriften für Alkoholwerbung komplett umgeht
- Was die Daten über TikTok, E-Sport und die Nutzung durch Minderjährige aussagen
- Warum die WHO sagt, dass es sich hierbei mittlerweile um eine Frage der Kinderrechte handelt
- Wie eine Regulierung nach dem Vorbild der Tabakindustrie aussehen könnte
Die Regulierungswelle beginnt sich zu wenden – aber nicht überall gleichermaßen. Während Regierungen von Australien bis Großbritannien Schritte unternehmen, um den Zugang von Kindern zu sozialen Medien einzuschränken oder ganz zu verbieten, stellt dieser Film eine Frage, mit der sich die Regulierungsbehörden bisher noch nicht auseinandergesetzt haben: Selbst wenn Plattformen sicherer gemacht werden – was passiert dann mit den Branchen – wie zum Beispiel der Alkoholindustrie –, die ihre Marketingmaschinen direkt in diesen Plattformen aufgebaut haben?
Und in Großbritannien erstreckt sich diese Logik mittlerweile über das Marketing hinaus bis hin zum Verkaufsort selbst: Untersuchungen von »Alcohol Change UK« deuten darauf hin, dass über 12 Millionen Erwachsene in Großbritannien mindestens einmal pro Woche Apps für die schnelle Alkohol-Lieferung nutzen, wobei die Nutzung unter denjenigen am stärksten ist, die bereits in gesundheitsschädlichem Ausmaß Alkohol trinken – was Forderungen nach Einschränkungen des rund um die Uhr verfügbaren On-Demand-Zugangs befeuert.
Quelle: EUCAM
Übersetzt mit www.DeepL.com
