Nahaufnahme einer Frau mit einem blauen Auge und verletzter Haut, die sich mit der Hand den Mund zuhält, vor schwarzem Hintergrund.

Jede dritte Frau auf der Welt ist der Gewalt ihres Partners ausgesetzt, und Alkohol trägt in 65 Prozent der Fälle dazu bei.

Im Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verringerung der Gewalt gegen Frauen ist der Alkoholkonsum einer von fünf Faktoren, die angegangen werden müssen, um diese Gewalt zu verringern.

Das Blaue Kreuz Schweiz hat zwei Leitfäden für Gewalt- und Opferberatungsstellen sowie Suchtberatungsstellen veröffentlicht. Das gleichzeitige Auftreten von gewalttätigem Verhalten und Alkoholkonsum in einer Paarbeziehung wird darin als »Dualproblematik« bezeichnet. Dabei stehen Alkoholkonsum und häusliche Gewalt in einer komplexen Wechselbeziehung zueinander und können sich gegenseitig verstärken.

Zahlreiche Studien belegen, dass Alkoholkonsum ein wesentlicher Risikofaktor für häusliche Gewalt ist. Unter allen psychotropen Substanzen steht Alkoholkonsum am stärksten im Zusammenhang mit aggressivem Verhalten.

Allerdings wird nicht jede Person, die Alkohol konsumiert, auch gewalttätig. Die Faktoren, die eine Gewaltausübung beeinflussen können, sind komplex. Es spielen individuelle, gesellschaftliche, strukturelle, psychologische und neurobiologische Faktoren in gegenseitiger Wechselwirkung eine Rolle.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei der Dualproblematik um ein »doppeltes Tabu« handelt. Sowohl Sucht als auch häusliche Gewalt sind in unserer Gesellschaft stark tabuisiert und bleiben deshalb oft lange Zeit unerkannt.

Leitfaden Dualproblematik für Opferberatungsstellen

Titelseite 'Dualproblematik Alkohol und häusliche Gewalt'.

Der Leitfaden richtet sich an Fachpersonen, die mit von Gewalt betroffenen oder gewalttätigen Personen arbeiten. Ziel ist es, ihnen im Umgang mit der Dualproblematik »Alkohol und häusliche Gewalt«, insbesondere im Bereich »suchtspezifisches Wissen«, Sicherheit und Kompetenz in der Gesprächsführung und Vorgehensweise zu vermitteln.

  • Im Beratungsprozess systematisch an die Möglichkeit der Dualproblematik denken.
  • Dabei kann die ratsuchende Person selbst Alkohol konsumieren oder in einer Beziehung zu einer Person stehen, die von einer Abhängigkeit oder von regelmäßigem beziehungsweise unangemessenem Konsum betroffen ist.
  • Die Beratungsperson übernimmt beim Erkennen und Ansprechen der Dualproblematik eine Schlüsselrolle.

Leitfaden Dualproblematik für Suchtberatungsstellen

Titelseite 'Dualproblematik Alkohol und häusliche Gewalt'.

Dieser Leitfaden richtet sich an Fachleute, die Menschen mit Sucht- oder Substanzproblemen sowie deren Angehörige unterstützen, beraten und begleiten. Ziel ist es, ihnen im Umgang mit der Dualproblematik »Alkohol und häusliche Gewalt«, insbesondere im Bereich »häusliche Gewalt«, Sicherheit und Kompetenz in der Gesprächsführung und Vorgehensweise zu vermitteln.

  • Im Beratungsprozess systematisch an die Möglichkeit der Dualproblematik denken.
  • Dabei kann die ratsuchende Person selbst gewalttätig sein oder in einer Beziehung zu einer gewalttätigen Person stehen – sie kann also selbst von Gewalt betroffen sein.
  • Die Beratungsperson übernimmt beim Erkennen und Ansprechen der Dualproblematik eine Schlüsselrolle.

Alkoholpolitik als Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt

Vier Personen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft stehen bei einer Protestaktion im Freien nebeneinander und halten handgeschriebene Pappschilder hoch. Die Schilder tragen feministische Botschaften: 'THE FUTURE IS FEMALE', 'TOGETHER WE RISE', 'WOMEN POWER' (mit Venus-Symbol) und 'FREEDOM OF CHOICE'. Die Demonstrierenden blicken ernst und entschlossen in die Kamera. Im Hintergrund sind unscharf Hochhäuser und Stadtbäume zu sehen.

Eine Analyse von Movendi International zur Integration von Alkoholpolitik in Strategien zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und zur Förderung der Rechte der Frau.

Alkohol – eine Freikarte für Gewalt gegen Frauen?

Collage aus drei sexualisierten Alkoholwerbungen

Jede dritte Frau auf der Welt ist der Gewalt ihres Partners ausgesetzt, und Alkohol trägt in 65 Prozent der Fälle dazu bei. Wenn wir die Statistiken verbessern wollen, müssen wir mehr über die Alkoholpolitik und insbesondere die Marketingstrategien der Alkoholindustrie sprechen.